Ostwestfalen-Tour 2009
Paderborn, Die Wewelsburg
Tal, Wewelsburg-Rückseite sollte überflutet werden
Der Fürstbischof von Paderborn, Ferdinand von Fürstenberg, schrieb in seinem Geschichtswerk 1669 (Monumenta Paderbornensia): "Der Ursprung der Wewelsburg ist dunkel und ungewiss"!
Trotz mehrfacher archäologischer Untersuchungen, ist das genaue Alter der Wewelsburg nicht ermittelbar. Das Wahrzeichen des Bürener Landes, wurde erbaut, im Stil der Weser-Renaissance 1603–09, als Nebenresidenz der Paderborner Fürstbischöfe. Heute befindet sich in der Burg eine Jugendherberge. Zur Burg gehört ein Museum, in welchem zeitgeschichtliche Dokumentationen, wie z.B.: Wewelsburg 1933-1945-Kult- und Terrorstätte der SS, gezeigt werden.
Himmlers Interesse an der Burg, war diese: Er kaufte sie dem Kreis Büren für eine symbolische Gebühr von 1 Reichsmark pro Jahr ab. 1939 ließ er das Denkmal des Paderborner Landes, in ein Schulungs-zentrum umbauen und plante eine zentrale Kultstätte, im Nordturm der Burg zu errichten, wo der Obergruppenführersaal mit Marmor-Mosaikboden, in Form eines Sonnenrades entstand (der eine Reihe von Spekulationen zuließ). Im Kellergewölbe unter dem Saal entstand zusätzlich, die sogenannte "Gruft" (vermutlich für Totenfeiern oder ähnliches). Im März 1945 befahl Himmler dann die Sprengung der Wewelsburg, die aber bis auf schwere Schäden, mißlang.
Objekte, von bedeutender, archäologischer und historischer Bedeutung aus der Epoche vor der Christianisierung, die nach und nach auf die Wewelsburg geschafft wurden, waren u.a. Opferschalen und Becher aus Tibet, Japan und China, sowie Urnen eines angeblich langobardischen Friedhofes, aus Südeuropa. Weitere Kunstwerke, wurden entweder durch die Sprengung zerstört oder geplündert.
Hermanns-Denkmal, Detmold
Arminius blickt Richtung Westen nach Xanten zum Kastell Vetera Castra
Kaiser Augustus machte dem Cherusker-Fürsten Segimer ein verlockendes Angebot. Er wollte ihn als Verbündeten für Rom gewinnen. Segimers Söhne sollten dafür in Rom eine Ausbildung erhalten, die ihnen eine Karriere im römischen Imperium sicherstellte. Segimer entsandte im Jahre 8 (v. Chr.) seinen Sohn Arminius nach Rom. In den Jahren 4-6 (n. Chr.) begleitete Arminius Kaiser Tiberius (42 v.Chr. - 37 n.Chr.) und das römische Heer bei den Feldzügen. Für seine Verdienste, erhielt er das römische Bürgerrecht und wurde in den Ritterstand erhoben. Im Jahre 7 (n.Chr.) kehrte Arminius als Kommandeur für die germanischen Hilfstruppen in seine Heimat zurück. Publius Quinctilius Varus (Schwager des Kaiser Tiberius) war röm. Statthalter der gallischen Provinzen und Oberbefehlshaber der Rhein-Legionen.
Auf Drängen des Kaisers, sollte Varus Germanien endgültig als röm. Provinz erobern. Varus begann Steuern einzu-treiben, was die Cherusker garnicht gut fanden und begann, germanische Stämme als Untertanen des Römischen Imperiums zu behandeln. Arminius wechselte daraufhin die Fronten. Varus Legionen wurden in dem sumpfigen und unübersichtlichen Gebiet (Kalkriese, 12 km vor Osnabrück) aufgerieben und niedergemetzelt. Diese Schlacht ging in die Geschichte ein, als "Kampf im Teutoburger Wald" (2009 jährte sich die Schlacht zum 2000sten Male).
Als Cäsar hörte, daß drei seiner Legionen (ca. 20.000 Mann) in Germanien umgekommen waren, soll er ausgerufen haben: "Varus, Varus... gib mir meine Legionen wieder!"
Heinrich Heine (1797 - 1856) meinte dazu: »...Gottlob! Der Hermann gewann die Schlacht, die Römer wurden vertrieben, Varus mit seinen Legionen erlag, und wir sind Deutsche geblieben ... »
Varus-Schlacht im Teutoburger Wald
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Externsteine
Blick hinauf zu den riesigen Steinen
...ohne Worte
Kreuzabnahme-Relief an den Externsteinen bei Horn
Felsengrab an den Extersteinen
Die Externsteine sind das bedeutendste Natur- und Kulturdenkmal des Teutoburger Waldes. Die fünf senkrecht stehenden Sandsteinfelsen, ragen fast 40 m hoch in den Himmel und spiegeln sich im naheliegenden Gewässer wieder. Sie waren einst eine bedeutende Stätte, um das sich Legenden und Mythen ranken. Das in den Felsen gemeißelte Kreuzabnahme-Relief, welches im 12. Jahrhundert endstand und zerstört wurde, gilt als älteste monumentale Freiluftplastik in Deutschlands Nordwesten. Es gibt bis heute unterschiedliche Vermutungen darüber, welchen Zweck, die Externsteine angeblich tatsächlich erfüllten.
Das Geheimnis der Externsteine: Bilder eine Mysterienstätte
Graf Adolf zur Lippe, erbaute im 17. Jahrhundert ein Jagdschloss unterhalb der Felsen mit Zugängen zu den Gipfeln.
1564 versuchte Hermann Hamelmann die Externsteine, als ehemaliges heidnische Heiligtum, zu deuten, welches durch Karl den Großen in ein christliches Heiligtum umgewandelt wurde. Vieles spricht dafür, daß die Externsteine eine germanische Weihestätte in vorchristlicher Zeit war.
Für die Sonnenwende-Feier, die in der germanischen Religon entscheidende Bedeutung besaß, waren demzufolge Kulträume. Archäologische Forschungen weisen auf erstaunliche Kenntnisse astronomoscher Art, in der Frühzeit hin. Vermutlich war dieser Ort einst noch erheblich größer, als man heute weiß. Während der Sachsenkriege, wurden sie von Truppen Karls des Grossen, teilweise zerstört.
In den Felsenräumen befindet sich eine Art Kapelle mit einer Inschrift aus dem Jahre 1115. An der äußeren Felswand ist das Kreuzabnahme-Relief erkennbar. Es besteht aus zwei sehr unterschiedlich beschaffenen Teilen. Der obere Teil, stellt die Kreuzabnahme von Jesus Christus dar. Auf dem unteren Teil ist ein Menschenpaar sichtbar, welches sich umarmt und gemeinsam zum Erlöser hinaufschaut.
Am Fuße des rechten Felsens, wird in einem Felsblock ein Steingrab (Felsengrab) erkennbar, indem eine Kopfnische, im Stein eingelassen, ganz deutlich sichtbar ist. Welcher Mensch darin wohl einst lag? Es wurde ja offensichtlich, für einen ganz besonderen Menschen geschaffen!
Betrachtet man sich die Externsteingruppe von der westlichen Seite, so sieht man heute einen, nach dem zweiten Weltkrieg künstlich angestauten See des Baches Wiembeke, der die Externsteine umgibt. Dort befindet sich in Fels 1 das sogenannte „Teufelsloch“ oder, wie es richtigerweise heißt: „Des Teufels Aschloch“. Es liegt heute unterhalb der Wasseroberfläche.
Die Varusschlacht: Rom und die Germanen
Die Schlacht im Teutoburger Wald: Arminius, Varus und das römische Germanien
Linktip http://www.externstein.de
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Freilicht-Museum in Detmold
Bauerngehöft
Alte Bauernhöfe, Mühlen, Speicher und ähnliches werden auf 90 Hektar Landschaft gezeigt. Das LWL-Freilicht-Museum Detmold gibt damit einen Überblick, über die Entwicklung und den Wandel der Alltags- und Kulturgeschichte Westfalens. Ländliches Leben, historische Häuser und Höfe, tragen Spuren aus über 500 Jahren westfälischer Geschichte zusammen. Je weiter die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen voranschreiten, desto notwendiger werden Ergänzungen, um verstehen zu können, wie die Menschen früher überlebten. Erkunden Sie die einzelnen Gehöfte und erfahren Sie das Leben der Menschen, im früheren Westfalen.
Linktip http://www.lwl.org/LWL/Kultur/LWL-Freilichtmuseum-Detmold/
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Hameln
Links und rechts der Weser eingebettet in die sanften Hügel des Weserberglandes. Zwischen Aschenputtel und Baron Münchhausen, ist hier der dunkelste Geselle, der Deutschen Märchenstraße zu Hause – der sogenannte Rattenfänger.
Im Jahre 1284 ließ sich zu Hameln ein wunderlicher Mann sehen. Er hatte einen Rock von vielfarbigem, buntem Tuch an und gab sich für einen Rattenfänger aus, indem er versprach, gegen ein gewisses Geld die Stadt von allen Mäusen und Ratten zu befreien. Die Bürger sagten ihm diesen Lohn zu, und der Rattenfänger zog sein Pfeifchen heraus und pfiff. Da kamen alsbald die Ratten und Mäuse aus allen Häusern hervorgekrochen und sammelten sich um ihn herum. Als er nun meinte, es wäre keine zurückgeblieben, ging er aus der Stadt hinaus in die Weser; der ganze Haufen folgte ihm nach, stürzte ins Wasser und ertrank.
Als aber die Bürger sich von ihrer Plage befreit sahen, reute sie der versprochene Lohn, und sie verweigerten ihn dem Mann, so dass dieser verbittert wegging. Am 26. Juni kehrte er jedoch zurück in Gestalt eines Jägers, erschrecklichen Angesichts, mit einem roten, wunderlichen Hut und ließ, während alle Welt in der Kirche versammelt war, seine Pfeife abermals in den Gassen ertönen. Alsbald kamen diesmal nicht Ratten und Mäuse, sondern Kinder, Knaben und Mägdlein vom vierten Jahre an in großer Anzahl gelaufen. Diese führte er, immer spielend, zum Ostertore hinaus in einen Berg, wo er mit ihnen verschwand. Nur zwei Kinder kehrten zurück, weil sie sich verspätet hatten; von ihnen war aber das eine blind, so dass es den Ort nicht zeigen konnte, das andere stumm, so dass es nicht erzählen konnte. Ein Knäblein war umgekehrt, seinen Rock zu holen und so dem Unglück entgangen. Einige sagten, die Kinder seien in eine Höhle geführt worden und in Siebenbürgen wieder herausgekommen. Es waren ganze 130 Kinder verloren.(Gebrüder Grimm "Deutsche Sagen")
Linktip http://www.725-jahre-rattenfaenger.de/flash/index.php?lang=de
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Bückeburg
Schloss
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Porta-Westfalica
Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Der Name Porta Westfalica ist der einzige lateinische Städtename in der Bundesrepublik Deutschland.
Wie der Rhein das Schiefergebirge, der Main den Odenwald und Spessart, der Neckar den Ostrand der Oberrheinischen Tiefebene und die Elbe das Sandsteingebirge, so durchbricht die Weser, die nördliche Kette der Wesergebirge. Dieser Durchbruch, genannt die "Westfälische Pforte" (Porta Westfalica) liegt in der Nähe von Minden. Der Berg zur Rechten, ist der Wittekindsberg, auf dem das Kaiser Wilhelm-Denkmal errichtet wurde. 1896 wurde es im Beisein Kaiser Wilhelms II. + Kaiserin Auguste Victorias feierlich eingeweiht, ca. 20 000 Besucher waren bei diesem Ereignis dabei. Das 88 Meter hohe Denkmal wurde zum Wahrzeichen Porta Westfalicas.
Innerhalb der Wallanlagen der Wittekindsburg liegt die Wittekindsquelle, die bis 1938 sprudelte. Es wird vermutet, dass sie schon in sächsisch-fränkischer Zeit ein Heiligtum gewesen sei und die Voraussetzung bot, oben auf dem Berg eine Wallburg anzulegen. Eine Sage erzählt, dass sich an der Wittekindskapelle Karl der Große und Sachsenherzog Wittekind getroffen haben sollen und über ihre verschiedenen Glaubenslehren stritten. Nachdem Wittekind von Karl dem Großen ein Zeichen für die Wahrheit dessen Glaubens verlangt hatte, habe das Pferd des Kaisers mit dem Huf gescharrt. Von da an soll an dieser Stelle die Quelle gesprudelt haben. Dies hat Wittekind so die Sage, so sehr beein-druckt, dass er sich taufen liess.
Linktip http://www.portawestfalica.de
Bilder ©Anita Stark
Textquellen: Wikipedia, u.a.
